Auftaktstudie bringt erste Ergebnisse

Pflege junger Menschen im Rhein-Kreis Neuss

Die CDU im Rhein-Kreis Neuss will die Lebensumstände der jungen Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen nachhaltig verbessern.  ©pixabay

Mit dem Begriff der „Pflege“ verbindet man im Allgemeinen Personen im fortgeschrittenen Alter, die zur Bewältigung ihres Alltages auf ambulante oder stationäre Dienstleistungen angewiesen sind. „Dabei vergessen wir allzu leicht, dass auch viele junge Menschen bereits auf die engagierte Arbeit von Pflegekräften angewiesen sind“ verdeutlicht die Vorsitzende des Sozial- und Gesundheitsausschusses des Kreistages Barbara Brand. „Angesichts dessen hat der Kreis bereits im vergangenen Frühjahr eine Fachstudie zum Thema „Junge Pflege im Rhein-Kreis Neuss“ ausgeschrieben, deren Ergebnisse Gegenstand der vergangenen Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses waren.“

Die vom GEWOS-Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung vorgelegte Studie analysierte die Bedarfe und die vorhandenen Angebote für junge pflegebedürftige Menschen im Rhein-Kreis Neuss und beinhaltete zudem Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der aktuellen Situation. Die Empfehlungen beziehen sich sowohl auf die stationäre und die ambulante Pflege, als auch auf Unterstützungsmöglichkeiten, durch die der Rhein-Kreis Neuss den Betroffenen und deren Umfeld abgesehen von der reinen Pflege Hilfestellung geben kann.

„Das schließt neben dem Ausbau und der Professionalisierung von Hilfsangeboten für Angehörige und einer umfassenderen Informationsleistung für die Betroffenen und deren Angehörigen über bestehende Versorgungsangebote vor allem auch die Schaffung eines Bewusstseins für die Gruppe der jungen Pflegebedürftigen mit ein“ fasst Brand die wichtigen Aspekte dieses Teilbereiches zusammen.    
Deutlich sei ebenfalls geworden, so die CDU-Kreistagsabgeordnete, dass für die stationäre und ambulante Pflege junger Menschen im Rhein-Kreis Neuss Verbesserungspotenziale bestehen. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, der zudem barrierefrei gestaltet sein müsse, stelle dabei ein Handlungsfeld dar. „Hierbei müsse man auch den Blick auf die Schaffung ambulanter Wohnprojekte richten. Beides stellt wichtige Möglichkeiten für diese Menschen dar, am gesellschaftlichen Leben zu partizipieren“ fügt die Vorsitzende an.

Aufbauend auf diesen Ergebnissen hat der Kreis bereits eine vertiefende Studie in Auftrag gegeben, in welcher die konkreten Bedürfnisse der jungen Pflegebedürftigen anhand von Interviews mit Betroffenen erfasst und individuelle Bedarfsgruppen definiert werden sollen.      
Die detaillierten Handlungsempfehlungen sollen der Kreispolitik im zweiten Halbjahr 2020 vorliegen und als Diskussionsgrundlage für zielgerichtete Maßnahmen dienen.

Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Dr. Dieter W. Welsink sieht in der wissenschaftlichen Begleitung des Themas einen wichtigen Schlüssel zur Verbesserung der Lebensumstände der betroffenen Menschen und ihres Umfeldes: „Der Rhein-Kreis Neuss vertraut im Sozialbereich seit Jahrzehnten auf wissenschaftliche Expertisen und folgt damit der Vorstellung unserer Fraktion, dass Handlungsschritte im diesem Bereich einer objektiven Bewertung des Ist-Zustandes und der Definition einer Zielvorstellung bedürfen. Nur so können auf die Bedürfnisse der hier lebenden Menschen abgestimmte Maßnahmen umgesetzt werden. Insofern werden uns die beiden Studien mit Sicherheit wichtige Anhaltspunkte liefern, um die Lebensumstände der jungen Pflegebedürftigen im Rhein-Kreis Neuss spürbar und nachhaltig zu verbessern.“