Kritik an Vorschlag von NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) SU fordert gründliche Sprachtests für Ärzte

Die Senioren-Union des Rhein-Kreises Neuss hält nichts davon, mangelnde Deutschkenntnisse von Medizinern durch Englischkenntnisse der Patienten zu kompensieren. Diesen Vorschlag hatte NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) gemacht, da nach einer Untersuchung rund 20 Prozent aller ärztlichen Behandlungsfehler in Deutschland auf Sprachprobleme zurückzuführen sind. Es sei Pflicht der Krankenhäuser, nur solche Ärzte einzustellen, die in einem gründlichen Sprachtest bewiesen hätten, dass sie medizinische Fachausdrücke verstehen und mit Patienten kommunizieren können, meint die SU-Kreisvorsitzende Ursel Meis.

Nur so könnten sprachliche Missverständnisse als Fehlerquelle für Behandlungen ausgeschlossen werden. Ferner schlägt sie vor, die Zuständigkeit für Sprachtests direkt in Unikliniken und größere Krankenhäusern zu verlagern und somit die Deutschkenntnisse ausländischer Ärzte unter Praxisbedingungen zu prüfen. Dafür müssten die Kliniken vom Land personell und finanziell entsprechend ausgestattet werden. Vor allem für ältere Menschen sei Schneiders Vorschlag eine Zumutung, meint Meis. „Oder wollen wir von einem 80jährigen verlangen, sich vor seinem Krankenhausaufenthalt bei einer Volkshochschule zum Englischkurs anzumelden?“, fragt die SU-Kreisvorsitzende. Die Senioren-Union will sich nun selbst ein Bild machen, in welchem Umfang Sprachprobleme zugewanderter Ärzte im Rhein-Kreis auftreten und wie die beruflich- sprachliche Integration ausländischer Mediziner verbessert werden kann. (rhk)