Erklärung der Partei- und Fraktionsvorsitzenden Merkel: "Krieg ist immer eine Niederlage von Diplomatie und Politik"

Die CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Angela Merkel äußerte sich angesichts des Beginns militärischer Aktionen im Irak zutiefst betroffen und besorgt. "Wir alle haben gehofft, dass wir diesen Krieg nicht erleben müssen", sagte sie: "Krieg ist immer eine Niederlage von Diplomatie und Politik."

Ihre Erklärung im Wortlaut:

Wir alle sind zutiefst besorgt und betroffen. Wir alle haben gehofft, dass wir diesen Krieg nicht erleben müssen. CDU und CSU bedauern sehr, dass es nicht gelungen ist, die Entwaffnung des Irak mit friedlichen Mitteln zu erreichen, denn wir dürfen nie vergessen: Krieg ist immer eine Niederlage von Diplomatie und Politik.

In dieser Stunde sind unsere ersten Gedanken bei dem so leidgeprüften Volk im Irak. Es ist eine Tragödie für die betroffenen Menschen, die bereits seit vielen Jahren die menschenverachtende Herrschaft und die Kriege Saddam Husseins ertragen müssen, dass sie nun nochmals wegen dieses Diktators einen Krieg zu erleiden haben. Wir hoffen deshalb, dass der Krieg mit möglichst wenig unschuldigen Opfern in möglichst kurzer Zeit zum Abschluss gebracht wird. Unsere Gedanken sind auch bei den Soldatinnen und Soldaten, die in einen schwierigen und gefährlichen Einsatz gehen.

CDU und CSU stimmen den von der Bundesregierung zugesagten Unterstützungsleistungen für die Vereinigten Staaten von Amerika und zum Schutz der Türkei und Israels zu.

Mit Blick auf die Zukunft setzen wir alles daran, dass sich die Kraft und Handlungsfähigkeit der Europäischen Union, des transatlantischen Bündnisses und der Vereinten Nationen durch Geschlossenheit und Einigkeit neu entfalten kann. Innerhalb dieser Institutionen und Gemeinschaften sind wir nicht zuletzt mit den Vereinigten Staaten von Amerika durch gemeinsame Werte verbunden. Deshalb stehen wir an ihrer Seite.

So schwer es im Augenblick vorstellbar sein mag, so sehr hoffen wir doch, dass es nach diesem Krieg zu mehr Frieden und Sicherheit in der Region kommen kann.