Stärkung der Kulturregion

Interkommunaler Kulturentwicklungsplan für den Rhein-Kreis-Neuss

Der Kreiskulturausschuss ruft im Zuge des Programms die Kreisgemeinschaft geschlossen zur interkommunalen Zusammenarbeit auf. ©pixabay

Auf Initiative der CDU-Kreistagsfraktion hatte der Kreistag die Verwaltung im vergangenen Jahr mit einem einstimmigen Beschluss beauftragt einen „ Masterplan Kultur“ zu erarbeiten. Ziel dabei soll sein, die Kulturlandschaft gemeinsam mit den Kommunen und den Kulturaktiven stärker zu strukturieren, sowie gemeinsame Handlungsempfehlungen und Strategien für die künftige Kulturarbeit zu erarbeiten. „Uns geht es vor allem auch darum, unsere abwechslungsreiche Kulturregion stärker nach außen sichtbar zu machen“ zeigt der CDU-Kreistagsabgeordnete Jakob Beyen als Initiator des Projektes auf.

In den Haushalt des Kreises wurden für die Jahre 2019 und 2020 Mittel in Höhe von jeweils 20.000 Euro eingestellt. Um weitere Fördermittel zu erhalten, wurde Kontakt zum Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen aufgenommen. An einem kürzlich stattgefunden Gespräch nahmen Vertreter aus den Städten Meerbusch, Kaarst, Korschenbroich, Grevenbroich, Dormagen, aus der Gemeinde Rommerskirchen sowie der Kreisverwaltung teil. Beyen stellt erfreut fest, dass neben diesen sechs Kommunen mittlerweile auch die Stadt Jüchen ihre Beteiligung am Masterplan zugesagt habe: „Die Städte und die Gemeinde zeigen ein großes Interesse an den geplanten Strukturen und an der Mitwirkung. Das Ministerium begrüßte das Konzept, schlug eine Umbenennung in „Interkommunaler Kulturentwicklungsplan“ vor und möchte dieses künftig begleiten. Zugleich wurden Landesfördermittel in Höhe von 50.000 Euro zur Erstellung einer Konzeptstudie in Aussicht gestellt.“

Geplant sei nun um nächsten Schritt die Beauftragung einer Agentur die die gewünschte Studie erarbeiten solle. Auch hier seien die Bemühungen der Gesprächspartner auf einem guten Wege, betont Beyen weiter. „Die Studie solle aufzeigen, wie es gelingen kann, die Kulturregion Rhein-Kreis Neuss zu stärken, dabei deren Profil herauszuarbeiten und konsistent über ein einheitliches Marketingkonzept – auch für die hier tätigen freischaffenden Künstlerinnen und Künstler – zu bewerben.“

Unter anderem sollen auch Ansätze zur Aufwertung der vorhandenen Einrichtungen, zur etwaigen Etablierung einer Spitzenförderung von Kindern, zur Verbesserung der Erreichbarkeit der Einrichtungen für Schulklassen und zur Entwicklung von Kulturrouten im Kreisgebiet miteinbezogen werden. „Insgesamt wollen wir den Austausch der in der Kultur tätigen Akteure anregen und verstetigen. Die Erarbeitung des Konzeptes sieht die Beteiligung dieser Akteure durch ein Workshop-Verfahren vor. Für diesen Prozess ist ein Zeitraum von eineinhalb bis zwei Jahren vorgesehen“ fasst Beyen zusammen.

Dr. Dieter W. Welsink, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion freut sich sehr, dass die Idee aus  seiner Fraktion nicht nur innerhalb der Kreisgemeinschaft auf ein breites positives Echo gestoßen ist, sondern die Initiative auch auf Landesebene Vorbildcharakter einnimmt: „Der Rhein-Kreis Neuss verfügt über eine bunte, vielschichtige und damit enorm attraktive Kulturlandschaft, deren Erhalt und Förderung der CDU im Rhein-Kreis Neuss sehr am Herzen liegt. Es ist daher ein toller Erfolg, dass diese Initiative die nächsten wichtigen Schritte meistert und künftig ihren Beitrag zur Stärkung der kulturellen Vielfalt in enger Zusammenarbeit mit den Städten und der Gemeinde des Kreises leisten kann.“   

 

Die Potenziale eines interkommunalen Kulturentwicklungsplans sind hier noch einmal aufgeführt:

  1. Aufwertung der Kultureinrichtungen und der kulturellen Angebote im kommunalen Handlungsfeld.
  2. Einrichtungsübergreifende Spitzenförderung von Kindern und Jugendliche im Rhein-Kreis Neuss z.B. im Bereich der Musik durch Workshops.
  3. Verbesserung der Sichtbarkeit vorhandener Kulturangebote.
  4. Gemeinsame Ansprache der an Kultur interessierten Zielgruppen; Entwicklung passgenauer Angebote.
  5. Eröffnung neuer Formen und Wege der Kulturarbeit für Menschen, die nicht selbstverständlich Zugang zur Kultur haben.
  6. Erarbeitung eines gemeinsamen Marketingkonzepts auch für die freiberuflichen Künstlerinnen und Künstler.
  7. Verbesserung der Mobilität von Schulkassen zur Erreichbarkeit von Kultureinrichtungen.
  8. Erarbeitung abgestimmter Thematiken im Ausstellungsbereich der Museen und Akquise von Fördermitteln.
  9. Entwicklung von Kulturrouten unter Einbeziehung gemeinsamer Anknüpfungspunkte wie Rhein, Limes, Erft und Nordkanal in Zusammenarbeit mit Vereinen.
  10. Vernetzung der museums- und archivpädagogischen Programme in den Kommunen, den Kultureinrichtungen und dem Kreis.
  11. Vernetzung der Publikationen zur Heimatgeschichte.
  12. Gemeinsamer Kulturtag im Rhein-Kreis Neuss.
  13. Ticketverbundlösungen auch unter Einbeziehung des ÖPNV.
  14. Gemeinsame Projekte im Bereich der Digitalisierung (Kultureinrichtungen als Teil der digitalen Welt, Unterstützung kultureller Vermittlungsprozesse).
  15. Anregung eines dauerhaften Dialogs und Austauschs der Kulturschaffenden und Stärkung der Kooperationskultur.
  16. Profilschärfung der Kultur im Kreisgebiet bzw. in der Region.