Schieneninfrastruktur im Rheinischen Revier

Ideenklau im Zeichen des Wahlkampfs

Die CDU im Rhein-Kreis Neuss stellt die Weichen auf einen innovativen Schienenverkehr im Rheinischen Revier. ©pixabay

Heiner Cöllen, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion, blickt zufrieden auf den Fortschritt seiner im Kreistag eingebrachten Initiative zur Entwicklung einer Machbarkeitsstudie für eine durchgehende Schienenverbindung zwischen Düsseldorf, Neuss, Grevenbroich, Bedburg, Jülich, Aldenhoven und Aachen. Danach sollen die  S-Bahnen von Düsseldorf kommend ab Bedburg abwechselnd nach Köln oder Aachen und zurück verkehren.          
            
„Diese Initiative der CDU-Kreistagsfraktion greift die Forderung der SPD nach einer Machbarkeitsstudie für eine durchgehende S-Bahnverbindung von Düsseldorf über Neuss, Grevenbroich und Bedburg nach Köln auf, erfasst das verkehrsinfrastrukturelle Potenzial für unsere Region auch unter Berücksichtigung des schienengebundenen Frachtverkehrs aber deutlich tiefgreifender“ stellt Cöllen fest. Den Streckenabschnitt von und nach Aachen hat er um eine Güterstreckenvariante erweitert, um so dem schienengebundenen Frachtverkehr aus den Benelux-Ländern von Tongeren über Montzen eine neue, zusätzliche Trasse  mit Anbindung an die Häfen Neuss, Krefeld und Duisburg zu bieten.           

Der Kreistag habe bereits im März des vergangenen Jahres die Vorzüge der Verbindung nach Aachen als klimabewusstes und innovatives Mobilitätsprojekt für die gesamte Region gewürdigt und der Entwicklung der Machbarkeitsstudie fraktionsübergreifend zugestimmt.     
„Mittlerweile sind wir unserem Ziel deutlich näher gekommen“ fügt er an. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, den engagierten Kräften der Kreisverwaltung und ihm sei es gelungen, die potenziellen Profiteure einer Schienenverbindung zwischen Düsseldorf und Aachen für das Projekt zu gewinnen, so dass nicht nur die Städteregion Aachen eine positive Rückmeldung gab, sondern auch aus dem Kreis Düren sowie den Städten Bedburg und Jülich Zustimmung zu vernehmen war. Cöllen weiß um die Bedeutung dieses Feedbacks für den Fortschritt in den Verhandlungen mit den zuständigen Verkehrsverbünden VRR und NVR, die  kürzlich die Auftragsvergabe der Machbarkeitsstudie mit Kostenübernahme zugesagt haben.     

Er freue sich daher sehr über die positive Rückmeldung seitens der Kreise und Städte, zeichne sich doch ab, dass die Initiative den richtigen Nerv getroffen habe. In seine Aufzählung mit Blick auf das positive Echo schließt er ausdrücklich auch die kreisangehörigen Städte Grevenbroich und Neuss mit ein. Gilt es doch, die viel zitierte Verkehrswende und zu Recht geforderte Stärkung des Schienenverkehrs mit konkreten Projekten zu begleiten.    
Den Versuch von Bürgermeister Krützen, diese infrastrukturelle Entwicklungschance für die gesamte Region als eigene innovative Idee vermarkten zu wollen, wertete er jedoch als plumpen Auswuchs des sich anbahnenden Wahlkampfes.   

„Das von den Bürgermeistern der Städte Düsseldorf, Grevenbroich, Neuss und Bedburg angeblich selbst entwickelte Projekt „S-Bahn-Netz Rhein-Kreis Neuss“ wird zudem dem von uns an die Machbarkeitsstudie gestellten Anspruch nicht gerecht. Neben dem Schienenpersonennahverkehr soll diese gleichsam die Potenziale für den Frachtverkehr als mögliche Entlastung des Eisernen Rheins ausloten. Die CDU im Rhein-Kreis Neuss denkt daher in deutlich weiterreichenden Dimensionen eines die Region verbindenden Schienenverkehrsnetzes. Das Engagement von Herrn Krützen, die infrastrukturelle Anbindung der Stadt Grevenbroich verbessern zu wollen in allen Ehren, an dieser Stelle ist der Rhein-Kreis Neuss als Ansprechpartner und Entscheidungsträger gefragt. Mit der Einberufung einer Tagung im kommenden Monat, bei der alle für das Projekt wichtigen Akteure anwesend sein werden, wird die Kreisverwaltung ihrer Rolle demnach mehr als gerecht.“  

Der Vorsitzende Dr. Dieter W. Welsink richtet seinen Appell an die Kommunen, den Rhein-Kreis Neuss im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit zu unterstützen: „Unsere Fraktion strebt nach einer funktionierenden themenübergreifenden Zusammenarbeit zwischen den kreisangehörigen Kommunen und dem Kreis und unterstützt dabei das Engagement der Kreisverwaltung bei der Verfolgung dieses Ziels. Die Kreisgemeinschaft kann nur funktionieren, wenn die Kommunen den Kreis bei der Ausübung seiner Aufgaben tatkräftig unterstützen und sich einbringen. Denn regional, wie überregional vertritt der Rhein-Kreis Neuss die Interessen der Städte und der Gemeinde und nimmt diese Aufgabe konsequent wahr. Im konkreten Fall verschwendet Bürgermeister Krützen mit der Schaffung von Parallelstrukturen doch nur unnütz städtische Ressourcen, die er an anderer Stelle deutlich gewinnbringender investieren könnte. Von diesem Wettstreit im Lichte der eigenen Profilierung profitieren die Bürgerinnen und Bürgern kein Stück weit.“