Dem Erfolg auf der Spur AK Wirtschaft besichtigt Sprinter-Werk

Die Besucher des Arbeitskreises zeigten sich von der Komplexität des Fertigungsprozesses beeindruckt.
Die Besucher des Arbeitskreises zeigten sich von der Komplexität des Fertigungsprozesses beeindruckt.

Seit 1958 werden am Standort in Düsseldorf-Derendorf Transporter und Kastenwagen der Marke Mercedes-Benz gebaut. Das Werk war und ist der wichtigste Standort für das Unternehmen in diesem Fahrzeugsegment. Seit der Aufnahme der Produktion haben sich Fahrzeugtypen und Produktionsmaßnahmen stark gewandelt. Mit seinen 6500 Mitarbeitern zählt das Werk zu den größten Arbeitgebern in Düsseldorf.

Der Arbeitskreis Wirtschaft der CDU-Kreistagsfraktion nutzte einen Besichtigungstermin im Juli als Gelegenheit, sich einen Einblick über die hochtechnisierten Produktionsprozesse zu machen und den Einfluss der Digitalisierung auf diese zu analysieren.

Aktuell werden am Standort über 770 Industrieroboter eingesetzt, allein rund 500 davon im Rohbau der Karosserie. Hier werden rund 80 Prozent der Arbeitsschritte durch Roboter ausgeführt, die aus den angelieferten Blechteilen mittels unterschiedlicher Schweiß-, Löt- und Klebeverfahren die Karosserie zusammensetzen. Dabei müssen die Maschinen im Tausendstel-Millimeter Bereich genau arbeiten. Die Taktzeit im Rohbau liegt bei 90 Sekunden.

„Die Größe der einzelnen Roboter ist schon an sich beeindruckend. Noch faszinierender ist aber, mit welcher Präzision diese zuverlässig ihre Arbeiten verrichten und dabei untereinander kommunizieren. Zudem müssen sie genau “wissen“, welches Bauteil zu welchem Fahrzeug gehört. Das bedingt eine enorme Rechenleistung und Koordination der erforderlichen Daten“ zeigt sich Arbeitskreisvorsitzender Jakob Beyen von den Produktionsanlagen beeindruckt.

Alle im Werk produzierten Fahrzeuge werden auf Bestellung hergestellt. Dabei erlauben über 1.700 Ausstattungsvarianten dem Kunden, sein Fahrzeug individuell auf seine Bedürfnisse zuzuschneiden. Diese große Produktbandbreite bedingt die Verarbeitung von bis zu 14.000 unterschiedlichen Teilen im Produktionsprozess. Eine derartige Vielfalt übersteigt die des PKW-Segmentes deutlich. Allein im Bereich des Rohbaus der Karosserie kommen durch unterschiedliche Längen, Höhen, Türanordnungen, Gewichtsklassen sowie dem Aufbau als Links- oder Rechtslenker viele Variationsmöglichkeiten zusammen. Aktuell werden der im Frühjahr 2018 eingeführte Sprinter und sein Vorgängermodell in ein und derselben Produktionsstraße gefertigt– eine Herausforderung für Mensch und Maschine. Pro Tag verlassen rund 700 Fahrzeuge das Werk. Im Jahr 2015 erreichte man mit 179.500 Fahrzeugen einen Rekord in der Produktion der Kastenwagen.

Während im Rohbau die Roboter einen Großteil der Arbeiten übernehmen, sind in der Montage der Fahrzeuge menschliches Feingespür und Fingerspitzengefühl gefragt. 2000 Mitarbeiter arbeiten hier an der Fertigstellung des Sprinters bevor er für den weiteren Transport zum Kunden vorbereitet werden kann. Innerhalb von zwei Tagen durchläuft ein Sprinter in der Regel die Produktion.

Die Besucher interessierten sich sehr für die „Zusammenarbeit“ von Mensch und Maschine bei der Fertigung der Fahrzeuge. So stellt auch Jakob Beyen fest: „Die Produktion ist ein fein aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel der menschlichen Fähigkeiten und der kontinuierlichen, beständig korrekten Arbeitsweise der Roboter. Durch diese Kombination werden beide Potenziale in der Produktion sehr effizient ausgeschöpft. Mercedes-Benz verdeutlicht eindrucksvoll, wie man den technischen Fortschritt schonend und sinnstiftend in einen bestehenden Fertigungsprozess einbinden kann und damit die Chancen der Digitalisierung nutzt.“