Stadtverband Neuss der Senioren Union

SU entwickelt Ideen für ein Verkehrskonzept und Wegegestaltung in Neuss

Der Stadtverband Neuss der Senioren Union hat sich mit drei Vorschlägen zu Initiativen an die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Neuss gewandt.

Kern des Anliegens ist ein Konzept für die Neusser Innenstadt mit den folgenden Punkten:

1. Im Bereich zwischen Batteriestraße, Zollstraße, Erftstraße, Hamtorwall, Rheinwallgraben wird eine verkehrsberuhigte Zone eingerichtet, in der Fußgänger absolutes Vorrecht haben. Befahrbar mit zeitschlichen Einschränkungen ist diese Zone nur noch für den Lieferverkehr oder für Kfz.-Halter mit Behindertenausweis. (Siehe Grafik)
Frei verfügbare Flächen durch Wegfall von Parkplätzen können anders genutzt werden, u.a. zur Begrünung oder zur Nutzung für Außengastronomie. Es muss sorgfältig geprüft werden, ob und wie Radverkehr in dieses Konzept passt – striktes Langsamfahrgebot oder gesonderte Radspuren, wo es die Platzverhältnisse erlauben.

2. Rund um diese Zone gibt es vier Großparkplätze/Häuser in folgenden Bereichen:

Vorhandene Parkhäuser innerhalb dieser Zone bleiben erreichbar, Zufahrten zur Kaufhofgarage und Rathausgarage/Sparkassengarage (über Michaelstr.) werden ermöglicht; das gilt auch für größere, öffentlich genutzte „Geschäftsgaragen“, wie Z.B. Commerzbank.

3. Von den vier Großparkplätzen verkehren im 10-Minuten-Takt strombetriebene Klein-Shuttlebusse in die Innenstadt, ihre Nutzung ist kostenfrei. Diese bieten innerhalb den Cityzone etwa alle 200 Meter die Möglichkeit zum Aus- bzw. Einstieg.*

4. Weiter Maßnahmen zur Aufwertung:

Begründung:
Alle paar Jahre auf einigen Metern Straßenverlauf den Autoverkehr zu untersagen, das bedeutet noch kein Innenstadtkonzept. Auch mit der Aufstellung von Sitzbänken und Blumenkübeln kommt man nicht wirklich voran. Neuss braucht ein Konzept, das die Attraktivität der Innenstadt steigert, den Aufenthalt dort zum eigenen Erlebnis für alle Familienmitglieder macht – nicht nur zur Besorgung des notwendigen Bedarfs. Die Innenstadt muss sich behaupten können gegen andere Konkurrenten wie Rheinparkcenter oder Angebote in Düsseldorf. Nach Ende der Corona-Krise droht ein erhöhter Leerstand (auch durch praktizierte Online-Einkäufe während des Lockdowns), Geschäftsaufgaben zeichnen sich ab. Einer teilweisen Verödung der Innenstadt muss rechtzeitig vorgebeugt werden, indem stadtplanerisch neue Wege
beschritten werden. Hier muss auch mit unkonventionellen Ideen experimentiert werden. Die Attraktivität der Querstraßen (zur Hauptachse Büchel/Niederstr.) sollte gesteigert werden, die Neusser Innenstadt macht so auch „Rundgänge“ reizvoll. Der Passantenstrom bewegt sich nicht nur vorwiegend entlang der Hauptachse. Das Quirinus-Münster rückt stärker in den Mittelpunkt, dort wo es städtebaulich und kulturhistorisch hingehört. Die Senioren-Union NE wird dieses Konzept mit weiteren Detail-Vorschlägen erweitern.


Darüber hinaus regt die Neusser Senioren Union an, dass bei Planungen und Instandhaltungen von Fahrradspuren die Bedürfnisse von Senioren und ganz besonders auch von Behinderten berücksichtigt werden.

Im Zuge der Planungen zur Vermeidung des individuellen PKW-Verkehrs wird eine Bevorzugung des Fahrradverkehrs propagiert. Viele Senioren und Behinderte sind nicht fähig fußläufige Haltestellen des ÖPNV zu erreichen, da Fußwege von bis über 15 min für diesen Personenkreis nicht zumutbar sind. Aus diesem Grund werden sicher viele versuchen auf ein sogenanntes dreirädriges Behinderten- oder Senioren-Fahrrad mit oder ohne Elektromotor umzusteigen. Diese Geräte haben andere Abmessungen, ganz besonders in der Breite, als normale Fahrräder. Die Breite dieser Räder liegt über 70 cm. Ebenfalls sind bei dieser Problematik auch die sogen. „Fahrrad-Kinderwagen-Anhänger“ zu beachten. Um den politischen Willen umsetzen zu können, müssen im Vorfeld die hierfür nötigen Bedingungen geschaffen werden.

 

Schließlich schlägt die SU vor, dass bei Neuanlagen und anstehende Pflege von sogen. Spazierwegen u. a. mit nicht befestigter Oberfläche künftig von der Stadt Neuss wie folgt behandelt werden sollen: Oberflächen sind so anzulegen, daß sie ohne Beschwernisse mit Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühlen befahren werden können. D. h., daß z. B. kein Schotter mehr verwendet werden wird. 

Der o. g. Personenkreis wird in seiner Möglichkeit sogen. Wege im Grünen zu nutzen erheblich eingeschränkt. Alle gröberen Steine ziehen eine Erschütterung der Kinderwagen als auch Rollstühle hervor und bei Rollatoren werden Schulter- und Handgelenke massiv beeinträchtigt. Gerade Rollatoren und Rollstühle die von den
Krankenkassen finanziert werden belasten den betroffenen Personenkreis extrem. Allein aus sozialen Gründen ist es nicht zumutbar, daß z. B. Rollstühle mit Federung im 4-stelligen Kostenbereich privat angeschafft werden müssen, um das Angebot der Stadt annehmen zu können. Es wird propagiert, daß man in diesen „Coronazeiten“ sich in der frischen Luft aufhalten soll. Geben Sie bitte dem o. g. Personenkreis auch diese Möglichkeit.