Frauen Union erinnert an Ende der "Hausfrauen-Ehe" 40 Jahre Reform des Ehe- und Familienrechts

„Hausfrauen-Ehe abgeschafft“ titelte „DIE ZEIT“ anlässlich der Verabschiedung des 1. Gesetzes zur  Reform des Ehe- und Familienrechts, das vor 40 Jahre zum 1. Juli 1977 in Kraft getreten ist. „Ehe für alle eingeführt“ lauteten die Schlagzeilen am vergangenen Wochenende. Die grundlegende Reform im Jahr 1977 hat mehr Freiheit, Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit für Frauen gebracht. Vieles, was heute selbstverständlich ist, haben Generationen von Frauen vorher erkämpft und erstritten. Ein streng patriarchalisches Ehe- und Familienbild wurde vor 40 Jahren abgeschafft.

Während früher für viele Entscheidungen die Zustimmung des Ehemannes erforderlich war, die Ehefrau ihre Pflichten in der Haushaltsführung erfüllen musste und der Ehemann seinen Beruf hatte, wurde dieses Leitmodell der Hausfrauen-Ehe durch ein Partnerschaftsmodell ersetzt.  Beide Eheleute sind dabei zur Solidarität und zur Rücksichtnahme aufeinander und auf die Familie verpflichtet.

„Auch 40 Jahre nach der Reform des Ehe- und Familienrechts bleibt vieles zu tun, um dem verfassungsrechtlichen Gebot der Gleichberechtigung von Mann und Frau zu entsprechen“ sagt die Neusser Kreisvorsitzende der Frauen Union, Dr. Daniela Leyhausen. „Viele junge Frauen sind heute – 40 Jahre später – besser ausgebildet und qualifiziert. Die Berufsaussichten für junge Frauen sind gut.“ Defizite gibt es dagegen bei der Bezahlung.“ Noch immer beträgt die durchschnittliche Lohnlücke für gleiche oder gleichwertige Arbeit zwischen Frauen und Männern in Deutschland rund 21 Prozent. Die Lohngerechtigkeit ist auch eine Frage der Arbeitszeit: Während Männer in Nordrhein-Westfalen nur zu 10 % in Teilzeit arbeiten, sind es bei den Frauen mehr als 46 %. Die Lohnlücke verwandelt sich dann auch voll in eine Rentenlücke: Frauen haben eine um 53 % geringere eigene Alterssicherungsleistung als Männer.*

„Insbesondere durch die Zuwanderung von Menschen aus islamischen geprägten Ländern wird aktuell deutlich, zu welchem  frauenfeindlichen, homophoben und intoleranten Verhaltensweisen ein patriarchialisches und menschenverachtendes Weltbild führt“, stellt Dr. Daniela Leyhausen fest. „Die in der Vergangenheit errungenen positiven Veränderungen sollten uns ermutigen, weiterhin für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen und von Homosexuellen einzutreten “, so die Vorsitzende der Frauen Union Rhein-Kreis Neuss.

*2015: Gender Pension Gap, zuletzt veröffentlicht im Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung