Willy Wimmer für Berlin

Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 30. Juni 2005

Wenn die Wahlkreisvertreterversammlung am Mittwoch Abend ein Test für die Fähigkeit der Union zum Bürokratieabbau und zur Beschleunigung von Verwaltungsvorgängen gewesen sein sollte, hat sie ihn mit Bravour bestanden. Genau 48 Minuten brauchten die 189 Delegierten, um ihren Kandidaten für die Bundestagswahl am 18. September auf den Schild zu heben.

Um 19.18 Uhr stand fest, für wen die Union in den kommenden Wochen trommeln will: Willy Wimmer MdB soll erneut antreten. 128 (67,7 Prozent) der Delegierten votierten für den Jüchener, der seit 1976 im Bundestag vertreten ist. Sein Mitbewerber, der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes Jüchen, André Meyer, errang 58 Stimmen (30,7 Prozent). Wimmer bewertete den Ausgang des Votums als „vorzügliches Ergebnis, das ermuntert und Mut macht für die nächsten Wochen im Wahlkampf, aber auch für die Jahre danach“.

Auch Meyer zeigte sich nach Auszählung der Stimmen „voll und ganz“ zufrieden: „Das ist ein echtes Achtungsergebnis, mehr als ich erwartet habe.“ Die Stimmen für den 24-Jährigen kamen am Mittwoch nicht nur aus den eigenen Reihen: Vorausgesetzt, dass die 20 anwesenden Delegierten aus Jüchen für Meyer gestimmt haben, konnte er auch 38 CDU-Vertreter aus weiteren Stadtverbänden für sich gewinnen.

Selbstverständlich, so Meyer, werde er auch nach seiner Niederlage gegen Wimmer für diesen in den Wahlkampf ziehen: „Schließlich bin ich in Jüchen Gemeindeverbandsvorsitzender.“ Dass nach dem Wirbel um seine Kandidatur in den vergangenen Wochen noch Gespräche geführt werden müssten, sei klar, unüberwindbare Gräben in der Jüchener CDU kann Meyer jedoch nicht ausmachen. Für Willy Wimmer waren die Auseinandersetzungen am Mittwoch kein großes Thema: „Es gibt viele, starke Stimmen, die sagen, dass wir uns jetzt auf den Wahlkampf konzentrieren sollten.“

Während Meyer gerade wegen der bundespolitisch günstigen Situation für die CDU in Deutschland am Mittwoch auf einen personellen Wechsel drängte („Die Bürger werden den CDU-Kandidaten - auch einen André Meyer - wählen, weil sie von Rot-Grün die Nase voll haben“), betonte Wimmer die Notwendigkeit und die Chancen inhaltlicher wie personeller Kontinuität bei der Vertretung des Wahlkreises im Bundestag: Mit Initiativen wie dem „Pakt für Deutschland“, an dem er mit dem CDU-Kreisvorsitzenden Hermann Gröhe MdB und dem stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ronald Pofalla, gearbeitet habe, aber auch mit der bereits vor drei Jahren bei einer Großveranstaltung in Uerdingen bekundeten Unterstützung für eine Kanzlerkandidatur von Angela Merkel, habe der Wahlkreis an Einfluss und Bedeutung gewonnen.

Nach einem Sieg bei der Bundestagswahl gelte es, aus Konzepten und Kontakten das Beste für die Region zu machen. „Was geschieht mit dem Eisernen Rhein? Wie geht es weiter mit den Flughäfen? Welche Chancen bietet eine Kooperation der Häfen?“ Wimmer will auf diese und viele Fragen mehr Antworten geben, die im Wahlkreis Positives bewegen.

Von Frank Kirschstein