Forderung nach schärferem Bewusstsein und klarem Bekenntnis für den Leistungssport Sportpolitisches Forum der Kreis-CDU diskutierte mit Fachleuten

v.l.n.r.: Thomas Lang, Jürgen Steinmetz, Dr. Hermann-Josef Baaken, Josef Zanders und Meinolf Sprink
v.l.n.r.: Thomas Lang, Jürgen Steinmetz, Dr. Hermann-Josef Baaken, Josef Zanders und Meinolf Sprink

Im Vereinsheim der SVG Neuss-Weissenberg in Neuss veranstaltete jetzt die Kreis-CDU ihr 9. Sportpolitisches Forum unter dem Motto Auf dem Weg zu Olympia Was müssen wir dazu leisten? Moderator Dr. Hermann-Josef Baaken konnte dazu Josef Zanders, den Leiter des Leistungssportzentrums des Rhein-Kreises Neuss, Thomas Lang, den 1. Vorsitzenden des Kreissportbundes, Meinolf Sprink, den Kommunikations- und Marketingdirektor der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH und Jürgen Steinmetz, den Allgemeinen Vertreter des Landrats und Sportdezernenten des Rhein-Kreises Neuss begrüßen.

Jürgen Steinmetz sagte, er rechne mit sechs Olympiateilnehmern aus dem Rhein-Kreis Neuss. Diese werden von der Stiftung Sport gefördert. Vier von diesen hätten das sportbetonte Norbert-Gymnasium Knechtsteden besucht, ergänzte dessen ehemaliger Schulleiter, Josef Zanders. Erst am Vortag seien 18 weitere Plätze im Sportinternat eingeweiht worden. Thomas Lang sieht den Kreissportbund im Konzert der 31 Kreissportbünde und 23 selbständigen Stadtsportbünde in Nordrhein-Westfalen gut positioniert. Vor allem das Vier-Türen-Modell sei beispielhaft. Das Generieren eines Olympiasiegers koste inzwischen 1 Mio. Euro. Im Rhein-Kreis Neuss würden 3,6 Mio. Euro für die Sportförderung ausgegeben. Im Kreis gäbe es 18 Bundes- oder Landesleistungszentren. Der Kreis mit seinen 370 Sportvereinen zwischen 20 und 6.000 Mitgliedern sei sportaffin. Meinolf Sprink sagte: Ohne Moos nix los! und forderte eine professionelle Sichtung, Förderung und Begleitung der Spitzensportler. In seiner Firma würden die Sportler auch schulisch oder in fünf Berufen ausgebildet, wobei im sportlichen und im schulischen/beruflichen Bereich die Leistungen stimmen müssten. Ansonsten würde strikt aussortiert.

Den Statements schloss sich eine lebhafte Diskussion mit dem Publikum an, in der auch harte Kritik an den Vereinen (nicht professionell genug), den Schulen (am Leistungssport uninteressiert), der Wirtschaft (geizig) und den Medien (missbrauchen Medienmacht) geübt wurde. In einer Abschlussrunde durften die Referenten ihre Wünsche äußern. Meinolf Sprink wünschte sich die richtigen Trainer in den Vereinen, um die entdeckten Talente zu fördern und diesen die erreichbaren Ziele aufzuzeigen. Für Josef Zanders müsste in allen Bereichen das Bewusstsein für den Leistungssport geschärft werden. Jürgen Steinmetz forderte ein klares Bekenntnis zum Leistungssport und die Konzentration auf die Stärken im Rhein-Kreis Neuss. Und Thomas Lang mahnte, die Vereine müssten sich zukunftsfähig machen und Kooperationen eingehen. CDU-Kreisvorsitzender Lutz Lienenkämper dankte für die offene Aussprache. Er sicherte zu, die CDU werde weiterhin für den Sport und den Leistungssport ein verlässlicher Partner und Förderer bleiben.