Sportinternat soll 2007 starten

Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 1. September 2005

Die Schüler hatten frei, die Lehrer waren zum Paddeln nach Limburg gefahren - Betriebsausflug. Im Lehrerzimmer tagte derweil eine hochkarätige Runde mit Innen-Staatssekretär Manfred Palmen, Landrat Dieter Patt und Schulleiter Josef Zanders, CDU-Bundes- und Landespolitikern Hermann Gröhe MdB, Karl Kress MdL und Lutz Lienenkämper MdL sowie Eberhard Hücker, Vorsitzender der Stiftung Sport und Dieter Welsink, Vorsitzender des Kreissportbundes. Ihr Thema: die Zukunftspläne für das Norbert-Gymnasium Knechtsteden. Nach Medienzentrum und Junior Management School bedeutet das vor allem das Projekt „Sportinternat NGK“. Aber auch weitergehende Ziele erörterte die illustre Runde: Knechtsteden als Standort für die Sport-Elite ist ein solches Thema.

Manfred Palmen, in Kaarst geboren und in Neuss in einem Haus mit Dieter Patt aufgewachsen, ließ keinen Zweifel daran, dass er das „Projekt Sportinternat“ weiter unterstützen und die Freigabe der zugesagten Gelder in Höhe von knapp 380 000 Euro empfehlen werde. Damit scheint trotz der schwierigen Finanzlage des Landes der zehnprozentige Zuschuss zu dem Projekt gesichert. Im übrigen hatte die Landesregierung den vorzeitigen Baubeginn genehmigt - ein untrügliches Zeichen, dass die Finanzierung des 3,8 Millionen teuren Objektes gesichert ist. Dafür hatte sich der Kreistag des Rhein-Kreises Neuss stark gemacht, er wird im Zweifelsfall für eine Zwischenfinanzierung einstehen. Das machte Landrat Dieter Patt klar. Welsink und Hücker hoben insbesondere das Engagement der Wirtschaft hervor, die offenbar reges Interesse an dem Knechtstedener Campus entwickelt.

Auch wenn die neue CDU/FDP-Landesregierung noch formelle Beschlüsse fassen müsse, ließ Manfred Palmen angesichts des Gesamtprojektes Knechtsteden keinen Zweifel an der Unterstützung: „Unser Ziel ist es Stärken zu stärken. Für diese Vorgabe ist Knechtsteden ein Idealfall.“

Kosten soll das gesamte Projekt rund 3,8 Millionen Euro. Darin enthalten sind zum einen die Investitionen für die 20 Internatsplätze von künftigen Leistungs- und Spitzensportlern. Zum anderen beinhaltet diese Summe aber auch die Erweiterung der Schule. Zanders: „So werden zum Beispiel die neue Gymnastikhalle oder auch andere Einrichtungen von der Schule mitbenutzt.“

Wenn alles seinen gestern vorgezeichneten Gang geht, rechnet der Schulleiter damit, dass bereits zu Beginn des kommenden Jahres die Bagger in Knechtsteden anrollen können, um mit den Arbeiten für das Internats- und Schulgebäude auf der Freifläche der Schule beginnen zu können. Zanders rechnet mit einem Start des Internats „zum Schuljahresbeginn 2007/2008.“

Mit dem Sportinternat wird die Vision vom Norbert-Campus Wirklichkeit, erhalten Jugendliche dort eine Spitzenbildung in den Bereichen Medien, Wirtschaft und Sport. Ein Konzept, das sich weithin herumgesprochen hat: Die Schule mit 1 300 Jungen und Mädchen hat Anfragen aus der gesamten Region. Jährlich müssen etliche Interessenten abgewiesen werden.

Für CDU-Bundestagsabgeordneten Hermann Gröhe zieht vor allem das Prinzip „Stärken stärken“: „Wir haben nicht mehr die Mittel, alles zu fördern. Das Prinzip bedeutet eine klare Unterstützung schon geleisteter Anstrengungen, und die haben Kreis und Schule bewiesen.“ Für Dieter Welsink, in jungen Jahren Spitzensportler, schließt sich mit dem Internat eine Lücke zwischen Leistungssport und der immer wichtiger werdenden beruflichen Orientierung. Für Kress ist Knechtsteden „ein Beispiel für die Stärke des Rhein-Kreises, an dem niemand mehr vorbeikommt“. Hücker sieht die Stärken Knechtstedens gerade in der Wertevermittlung., die seit 60 Jahren von der Schule ausgeht.

VON CHRIS STOFFELS