Jugendarbeitslosigkeit im Visier Neue Ansatzpunkte für den Rhein-Kreis Neuss?

Quelle: Pixabay
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Die CDU-Kreistagsfraktion hat zur nächsten Sitzung des Kreisausschusses am 29. August 2018 einen gemeinsamen Antrag mit der FDP formuliert, in dem sie die Kreisverwaltung um die Prüfung der Anwendbarkeit eines Systems von sogenannten „Jugendberufsagenturen“ (JBA) bittet.

„Dieses System wird bereits 2012 in der Stadt Hamburg angewendet und genießt in Deutschland Modell-Charakter. In den eingerichteten Agenturen werden Mitarbeiter aller Institutionen unter einem Dach untergebracht, die sich im engeren, wie weiteren Sinne mit dem Thema der beruflichen Qualifizierung befassen. Jugendliche können daher gezielt und umfassend über ihre beruflichen Chancen nach der Schule beraten werden. Der zuletzt positive Trend im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit im Rhein-Kreis Neuss lässt sich auf die zielgerichteten Initiativen von CDU und FDP zurückführen. Dennoch wollen wir der Entwicklung noch mehr Dynamik verleihen und sehen in den Agenturen ein Instrument, mit dem wir möglichst alle Jugendlichen im Kreisgebiet bei ihrem beruflichen Werdegang unterstützen können. Daher möchten wir mit unserem eingebrachten Antrag eine Prüfung des Systems für den Rhein-Kreis Neuss erwirken.“, teilt Wolfgang Wappenschmidt, jugendpolitischer Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion, seine Erwartungen mit.

Das Konzept baut grundsätzlich nicht darauf, dass sich die Mädchen und Jungen aktiv zur rechten Zeit bei den Agenturen über ihre Chancen in der Berufswelt informieren, sondern setzt präventiv auf eine Betreuung durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab der achten Klasse. Die Kinder werden in den Schulen in regelmäßigen Abständen betreut und über die Beratungsangebote informiert.

„Auf diese Weise werden die Agenturen bereits frühzeitig auf Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf aufmerksam und können sich gezielt um diese kümmern.“ zeigt sich Wappenschmidt überzeugt vom Konzept und verweist auf die Erfolge der Stadt Hamburg.

Diese konnte die Quote der Jugendlichen, die direkt nach der Schule eine Ausbildung beginnen, von 21 Prozent im Jahr 2010 auf 40 Prozent im letzten Jahr deutlich erhöhen. Durch das Programm befanden sich zudem 41 Prozent der Jugendlichen in einer Ausbildungsvorbereitung. Bevor das System eingeführt wurde, gingen dem Arbeitsamt jährlich 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler verloren.

Wolfgang Wappenschmidt findet, dass diese Erfolge ein klare Sprache sprechen: „Es ist in den Augen der CDU-Kreistagsfraktion nur vernünftig, Ideen wie diese auf ihre Anwendbarkeit für den Rhein-Kreis Neuss zu prüfen, um unsere Systeme und Methoden zu verbessern und so den jungen Menschen im Kreisgebiet bestmögliche Chancen auf einen möglichst nahtlosen Übergang von der Schule in den Job zu ermöglichen. Ich hoffe, dass unsere Initiative auch bei den anderen Fraktionen in der Sitzung des Kreisausschusses Unterstützung erfährt.“