wirtschaftspolitische Zusammenarbeit unerlässlich Kreisgemeinschaft ist gefordert

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Die Nachricht vom geplanten Stellenabbau und der Schließung der Folienherstellung im Grevenbroicher Werk des Unternehmens Hydro löste beim Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion, Dr. Dieter W. Welsink, großes Bedauern aus. „Diese Entscheidung des Unternehmens ist unter ökonomischen Gesichtspunkten nachvollziehbar, gleichwohl ist die Entlassung von bis zu 735 gut ausgebildeten Fachkräften ein Schlag ins Kontor für unsere Bemühungen, den Rhein-Kreis Neuss als innovativen und attraktiven Wirtschaftsstandort über die Zeit des Strukturwandels hinaus zu sichern. Zugleich müssen natürlich schnellstmöglich alternative Jobs für die jetzigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens gefunden werden. Insofern unterstützt unsere Fraktion die Bestrebungen des Landrates gemeinsam mit Hydro und der Kreiswirtschaftsförderung neue Beschäftigungsperspektiven zu schaffen.“

Das Unternehmen hatte die Entscheidung zum Stellenabbau durch einen massiven Kostendruck in der zu personalintensiven, weil hauptsächlich manuellen, Fertigung begründet. 

In den Augen des Kreistagspolitikers sei dies aber auch als Weckruf zu verstehen, die Bemühungen des Kreises und seiner Kommunen zur Stärkung der heimischen Wirtschaft zu bündeln und gemeinsam neue Anreize und Ansatzpunkte für Unternehmen mit interessanten Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. „Die wirtschaftliche Situation im Rhein-Kreis Neuss kann man als stabil beschreiben. Zufriedenstellen ist sie indes nicht, auch angesichts der heute veröffentlichten Nachrichten aus Grevenbroich. Entwicklungen wie diese zeigen, wie volatil auch hier ansässige Unternehmen auf die für sie entscheidenden Rahmenbedingungen reagieren. Wir – damit spreche ich konkret die Kreispolitik an – müssen zum einen besser darin werden, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen um neue Unternehmen anzuwerben und dabei gleichzeitig die Bedürfnisse der bereits ansässigen Branchen aufgreifen und sich für diese starkmachen. Die CDU-Kreistagsfraktion setzt sich daher für die Erarbeitung eines Konzeptes zur Stärkung der Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss ein, in welchem die Kreisgemeinschaft gemeinsame wirtschaftliche Ziele definiert.“

Der Neusser Unternehmer und CDU-Kreistagsabgeordnete Johann-Andreas Werhahn schildert die notwenige Herangehensweise an das Konzept aus seiner Sicht: „Unternehmen brauchen berechenbare Rahmenbedingungen. Diese bilden die Basis für die unternehmensinternen Entscheidungsfindungen. Wenn keine Rahmen oder keine passenden Strukturen vorhanden sind, werden mitunter Entscheidungen getroffen, die mit negativen Folgen für eine Stadt, eine Region verbunden sind. Der Rhein-Kreis Neuss hat Unternehmen einiges zu bieten: gut ausgebildete Menschen, eine Dienstleistungs- und Industrietradition, eine leistungsfähige Infrastruktur mit Autobahn, Hafen und Flughafen, zudem attraktive Sport- und Kulturlandschaften.  Dieses Potenzial kann und muss die Kreispolitik aktiv fördern, die letztendlichen Entscheidungen für oder gegen eine Unternehmensansiedlung, für oder gegen den Abbau von Stellen liegen letztlich immer in der Hand der Unternehmensführung. Politik kann Stabilität herstellen, kann berechenbare Handlungen als Rahmen bieten, kann werben für den Standort. Insofern müssen wir jetzt handeln, jetzt die Rahmen für die mit dem Strukturwandel verbundenen Veränderungen setzen, jetzt günstigen Strom aus dem Norden in unsere Region leiten, jetzt Reserven für mögliche Gewerbeflächen in der Zukunft sichern, jetzt aktiv werden für die Zukunft unserer Kinder.“

„Die Kreisgemeinschaft muss in Bezug auf die Bedürfnisse der Wirtschaft viel agiler werden und sich für die Zukunft neu aufstellen, wenn wir unsere vorhandenen Standortvorteile national wie international weiterhin erfolgreich zu Geltung bringen und uns als innovative und leistungsfähige Gemeinschaft von acht Kommunen positionieren wollen“ verleiht Dr. Welsink seiner Forderung nach interkommunaler Zusammenarbeit Nachdruck.