Klose in Weißrussland

Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 9. Mai 2005

Auf Einladung der Nationalversammlung von Weißrussland reiste der Landtagsabgeordnete Dr. Hans-Ulrich Klose (CDU) aus Korschenbroich jetzt mit einer Delegation des Landtags Nordrhein-Westfalen nach Minsk. Anlass war die 60-jährige Wiederkehr des Zusammenbruchs der nationalsozialistischen Diktatur und der Beendigung des Zweiten Weltkriegs.

Klose, der als erster deutscher Abgeordneter vor der weißrussischen Nationalversammlung sprach, erinnerte an die mehr als zwei Millionen weißrussischen Opfer des Krieges, unter ihnen mehrere hundert Tausende jüdische Menschen. Er erwähnte aber auch den Tod von 200 000 deutschen Soldaten, die als Kriegsopfer im Kessel von Minsk gefallen sind. In Anwesenheit von Vertretern von 40 Tschernobyl-Initiativen, insgesamt gibt es mehr als 600 in Deutschland, bat er, dieses Netzwerk der Hilfsbereitschaft auch künftig zu fördern. „Meine eindringliche Bitte an das Parlament lautet an dieser Stelle: Machen Sie Ihren Einfluss geltend, dass Kindererholungsmaßnahmen in Deutschland und anderen Ländern auch in Zukunft möglich bleiben!“

Schließlich erinnerte Klose an die Kriegstoten und appellierte an das Parlament: „Ebnen Sie den Weg, damit die Ratifizierung eines Kriegsgräberabkommens zwischen Deutschland und Belarus endlich zum Erfolg gebracht wird.“ Der CDU-Politiker rief dazu auf, den Weg der Öffnung und engen Zusammenarbeit unter anderem in Kultur und Wissenschaft zu gehen. Die Selbstisolierung Weißrusslands sollte aufgegeben werden, damit die Vision von einem Europa ohne Mauern und politische Feindschaften Wirklichkeit und der demokratische Prozess überall zum Erfolg geführt werden könne.