Ergebnis einer erfolgreichen Beschäftigungsförderung und präventiven Sozialpolitik Kinderarmut im Rhein-Kreis Neuss unterdurchschnittlich niedrig

Foto: Dominik Butzmann
Foto: Dominik Butzmann

Die Studien der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung (Februar 2016) sowie der Bertelsmann-Stiftung (September 2016) haben jeweils bestätigt, dass die Kinderarmut in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren rasant gestiegen ist. CDU und FDP haben diese Besorgnis erregende Entwicklung auf Landesebene zum Anlass genommen, die Verwaltung im Rahmen einer Anfrage zu bitten, die Ergebnisse des Rhein-Kreises Neuss im regionalen Vergleich darzustellen.

„Die Kinderarmut im Rhein-Kreis Neuss ist unterdurchschnittlich niedrig“, erklärt Dr. Hans-Ulrich Klose, Vorsitzender des Sozial- und Gesundheitsausschusses und Kreistagsabgeordneter aus Korschenbroich. „Auch wenn „Armut“ schwierig zu definieren ist, schneidet der Rhein-Kreis Neuss im regionalen Vergleich gut ab. Die niedrige Kinderarmutsquote ist das Ergebnis einer erfolgreichen Beschäftigungsförderung und präventiven Sozialpolitik unter langjähriger CDU-Führung im Rhein-Kreis Neuss.“

So hat die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung bestätigt, dass der Rhein-Kreis Neuss innerhalb des Regierungsbezirkes Düsseldorf einen Anteil an armutsgefährdeten Kindern und Jugendlichen im unteren Bereich aufweist. In der Studie der Bertelsmann-Stiftung, die kommunenscharf ist, liegt der Rhein-Kreis Neuss mit einer Kinderarmutsquote von 10 bis unter 15% in der drittbesten Kategorie der ausgewerteten Kommunen. Zum Vergleich: Die Städte in der Region, wie Düsseldorf oder Krefeld, belegen mit Prozentwerten von über 25% die hinteren Rangplätze.

Dr. Klose: „Hauptursachen für Kinderarmut sind Arbeitslosigkeit der Eltern oder das Aufwachsen der Kinder in Haushalten mit nur einem Elternteil. Mit seiner proaktiven Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung sowie seinen zahlreichen sozialen und jugendpolitischen Instrumenten setzt der Rhein-Kreis Neuss seit vielen Jahren erfolgreich an den Wurzeln von Kinderarmut an. Dazu gehören unter anderem Frühe Hilfen für Eltern, der „Kompass Wiedereinstieg“ für Alleinerziehende oder die Sozialarbeit an den Schulen im Rhein-Kreis Neuss.“

Seit dem Amtsantritt der rot-grünen Landesregierung (2010) ist die Kinderarmut in Nordrhein-Westfalen rasant gestiegen: Der Studie der Hans-Böckler-Stiftung zufolge lebte im Jahr 2014 fast jedes vierte Kind (23,6%) in Nordrhein-Westfalen in einem Haushalt, der von Einkommensarmut betroffen ist. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die jüngste Studie der Bertelsmann-Stiftung: 18,6% der Kinder in Nordrhein-Westfalen, und damit fast jedes fünfte Kind, wurde in 2015 in einer Familie groß, die von Hartz IV lebt.

SPD und Grüne in Nordrhein-Westfalen hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag dazu verpflichtet, der Bekämpfung von Kinderarmut einen besonderen Stellenwert einzuräumen. Mit dem Projekt „Kein Kind zurücklassen!“ hat Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) die Reduzierung der Kinderarmut sogar zur Chefsache erklärt. Nach sechs Jahren Rot-Grün gibt es jedoch in keinem anderen westdeutschen Flächenland eine höhere Kinderarmutsquote als in Nordrhein-Westfalen.