Konzept zur Gewinnung neuer Kräfte Hilfsorganisationen brauchen Nachwuchs

Immer wieder haben schwere Unfälle, Brände und Unwetterkatastrophen die Bundesrepublik erschüttert. Es sind nicht nur Ereignis mit erheblichen Sachschäden, sondern auch mit einer großen Anzahl von Verletzten oder Geschädigten. Heute haben es Katastrophenschützer auch mit den Folgen von Terroranschlägen, Amokläufen oder Cyber-Angriffen, wie zuletzt im Neusser Lukaskrankenhaus, zu tun.

Wie Bernd Ramakers, Vorsitzender des Ausschuss für Rettungswesen, Feuer- und Katastrophenschutz des Rhein-Kreis-Neuss, berichtet, hat der Bund 2016 ein neues Zivilschutz-Konzept vorgelegt, das von Ländern, Kreisen und Kommunen umgesetzt werden muss. Die Zuständigkeiten dabei sind geklärt. Der Rhein-Kreis-Neuss kann im Fall der Fälle auf die Feuerwehren und Hilfsorganisationen zurückgreifen, die die Manpower bereitstellen. Neben den hauptamtlichen Kräften kämen eine Vielzahl ausgebildeter ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer zum Einsatz. „Feuerwehren und Rettungsdienstorganisationen müssen ständig in der Lage sein, von einer Minute auf die andere eine große Menge Helfer zu mobilisieren“, so Bernd Ramakers.

Allerdings, so Bernd Ramakers, kommen die Hilfsorganisationen bald an ihre personellen Belastungsgrenzen. Der Wegfall der Wehrpflicht und damit auch des Zivil- und Ersatzdienstes sorgt bei DRK, JUH und MHD für Nachwuchsprobleme.

„Die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen für die Mitwirkung der freiwilligen Helferinnen und Helfer im Katastrophenschutz zu schaffen. Damit es auch in Zukunft eine ausreichende Zahl an helfenden Händen gibt, hat sich der Ausschuss in seiner letzten Sitzung auf Antrag der CDU ausführlich mit der Nachwuchsgewinnung bei den Hilfsorganisationen befasst.“, ergänzt Ramakers. 

Während die Feuerwehren sich an einer eigenen Landeskampagne beteiligen, wollen die Hilfsorganisationen im Rhein-Kreis-Neuss einen anderen Wege gehen und haben nun ein gemeinsames Konzept zur Nachwuchsgewinnung erarbeitet. Darin versprechen sich die Hilfsdienste ein nachhaltigeres Ergebnis für den Katastrophenschutz durch eine gezielte Förderung im Bereich der Schulsanitätsdienste. Mit interessanten Angeboten möchten DRK, JUH und MHD aktiv auf die Schule und die Schülerinnen und Schüler zugehen und eine Brücke zwischen Schulsanitätsdienst und Hilfsorganisation schlagen.

"Es geht um die Zukunft des Ehrenamtes in den beteiligten Organisationen", stellt Bernd Ramakers klar. „Ehrenamtliche brauchen unseren Dank, Respekt und unsere Unterstützung für das, was sie leisten“. CDU-Fraktionsvorsitzender Dieter W. Welsink fügt hinzu: "Wir haben erkannt, dass wir rechtzeitig etwas tun müssen. Deshalb werden wir das Thema Nachwuchskampagne auf unserer Klausurtagung ausführlich behandeln“.