CDU eindeutiger Gewinner der Bundestagswahl im Rhein-Kreis Neuss Hermann Gröhe und Willy Wimmer gewinnen ihre Wahlkreise

Hermann Gröhe und Willy Wimmer
Hermann Gröhe und Willy Wimmer

Entgegen dem Bundestrend konnte die CDU in den Wahlkreisen Neuss I und Neuss II/Krefeld I am Stimmenanteil sogar ein Stück zulegen. Dazu gewannen beide Direktkandidaten ihre Wahlkreise. Während Willy Wimmer mit 47,4 Prozent der Erststimmen zum zweiten Mal den 2002 neugeschaffenen Wahlkreis Neuss II/Krefeld I für sich gewinnen und dabei noch einmal 1,5 Prozentpunkte mehr für sich verbuchen konnte, holte Hermann Gröhe mit 47,7 Prozent das Direktmandat in seinem Wahlkreis von SPD-Mann Kurt Bodewig zurück, gegen den er vor drei Jahren noch knapp unterlegen war.

Gespannt schaut man nun nach Berlin. Wer wird Kanzler bzw. Kanzlerin? Welche Koalition findet sich für die neue Regierung? Zwei Dinge stehen aus Unionssicht in den kommenden Tagen und Wochen im Mittelpunkt: "Es bringt nichts, auf der Suchen nach Schuldigen für den Wahlausgang übereinander herzufallen", so Willy Wimmer gegenüber der Neuß-Grevenbroicher Zeitung. "Unser Land braucht eine handlungsfähige Regierung - dazu muss ohne Ansehen der Person verhandelt werden." Wimmer schließt dabei auch nicht die so genannte Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grüne aus. "Es geht nicht um Liebesheiraten, sondern um eine Regierung, die handlungsfähig ist", wiederholt Wimmer. Erneute Neuwahlen "bis das Ergebnis passt" sieht der langjährige Bundestagsabgeordnete nicht als sinnvoll.

Ein ganz persönliches Fazit zieht unterdessen Hermann Gröhe aus seinem Sieg über Kurt Bodewig gegenüber der NGZ: "Ich habe mich nach meiner Niederlage vor drei Jahren nicht hängen lassen und so gearbeitet, als wäre ich direkt gewählt worden. Das hat sich gelohnt: Die Menschen haben mich vor Ort als ihren Abgeordneten erlebt - offenbar anders und intensiver als meinen Gegenkandidaten." Dem Bundeskanzler wirft Gröhe vor, den Sinn für die politischen Realitäten verloren zu haben: "Der Auftrag zur Regierungsbildung liegt bei der stärksten politischen Kraft, und das ist die Union."