Zum Import von embryonalen Stammzellen Hermann Gröhe, MdB: "Die Würde jedes Menschen ist unantastbar"

Der Import von embryonalen Stammzellen, die aus menschlichen Embryonen gewonnen werden, soll in Deutschland nicht zugelassen werden. Das ist der Kern einer Initiative von CDU-Parlamentariern, zu denen auch der Neusser Bundestagsabgeordnete Hermann Gröhe gehört. Die Bundesregierung wird aufgefordert, sicherzustellen, dass der Import von embryonalen Stammzellen, dem Geist des Embryonenschutzgesetzes entsprechend, nicht zugelassen wird, und gegebenenfalls hier eine entsprechende Klarstellung ins Embryonenschutzgesetz einzufügen.

Dazu erläuterte nun Hermann Gröhe: "Sowohl nach dem christlichem Verständnis als auch nach unserem Grundgesetz ist die Würde jedes Menschen unantastbar. Sie ist und bleibt das höchste Gut, an der auch die Grenze für das wissenschaftlich Mögliche liegt." Da menschliches Leben mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beginne, sei die "Herstellung" von Stammzellenlinien, die aus der Tötung von menschlichen Embryonen gewonnen wurden, ethisch nicht zu rechtfertigen. "Wenn wir daher konsequenterweise", so Gröhe weiter, "die sogenannte ,verbrauchende' Embryonenforschung im Inland ablehnen, dann dürfen wir aber auch durch die Einfuhr von Stammzellenlinien die vorangegangene Tötung der Embryonen im Ausland nicht in Kauf nehmen und nachträglich billigen." "Gewinnung" und "Import" von menschlichen Embryonen, sei es für den Zweck der Forschung oder sei es für den Zweck, zukünftig Kranke heilen zu können, lasse menschliches Leben zum Objekt verkommen. Aber auch ein noch so guter Zweck heilige nicht die Mittel.

Für Gröhe ist die Feststellung der Mehrheit der vom Bundestag eingesetzten Enquetekommission "Recht und Ethik der modernen Medizin" vom 12. November 2001 maßgeblich, dass angesichts des Konflikts zwischen Ethik und Wirtschaftlichkeitsüberlegungen, zwischen Forschungsfreiheit und Gewissen, zwischen dem Wunsch nach Heilung und dem Recht auf Leben die Gewinnung von Stammzellen nicht zu verantworten sei. "Wir können und dürfen nicht menschliches Leben vernichten, um anderes menschliches Leben zu retten", meint dazu Gröhe.

Im Übrigen herrsche in der Wissenschaft Einigkeit darüber, dass die Forschung mit embryonalen Stammzellen momentan nur eine vage Hoffnung für Kranke bietet. Außerdem gebe es andere vielversprechende Therapieansätze, die die von Erwachsenen gewonnen, ethisch unbedenklichen, sogenannten "adulten" Stammzelten nutzen wollten. Gerade in diese Richtung sollte die Forschung vorangetrieben werden. "Wir sollten auf die Forschung mit aus menschlichen Embryonen gewonnenen Stammzellen verzichten und die Forschung mit adulten Stammzellen verstärkt fördern."

Der Deutsche Bundestag wird voraussichtlich am 30. Januar 2002 über die Frage des Imports von Stammzellen entscheiden.