Gelungenes Zusammenspiel konstruktiver und künstlerischer Elemente Evangelischer Arbeitskreis besuchte die Krefelder Synagoge

3. v.l.: der Vorsitzende der Gemeinde, Johann Schwarz
3. v.l.: der Vorsitzende der Gemeinde, Johann Schwarz

Als eine der ersten Besuchergruppen konnten am 9. Juni 2008 Vorstand und Gäste des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU im Bezirk Niederrhein das kurz vor seiner Vollendung stehende Zentrum der jüdischen Gemeinde Krefeld in Augenschein nehmen. Von der Eingangshalle mit einem Davidsstern als Stütz-Element, über den Festsaal und die beiden Küchen, die für eine koschere Zubereitung der Speisen benötigt werden, bis zu der lichten, in warmen Tönen gehaltenen Synagoge mit zwei mächtigen Steinblöcken, welche die beiden Tafeln des mosaischen Gesetzes symbolisieren, zeigten sich die Besucher unter Führung des EAK-Bezirksvorsitzenden, Dr. Jürgen Plöhn, beeindruckt von dem gelungenen Zusammenspiel von konstruktiven und künstlerischen Elementen.
Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Johann Schwarz, zugleich auch stellvertretender Vorsitzender des aus zehn Gemeinden bestehenden Landesverbandes Nordrhein, erläuterte sachkundig und bereitwillig die Funktion des Gebäudes und seiner Teile samt der verwirklichten Sicherungsmaßnahmen. Zugleich gab Schwarz den Besuchern einen Einblick in die Situation einer jüdischen Gemeinde heute:
Nach dem Untergang des deutschen Judentums in der Shoah bestand die Gemeinde vor dem Beginn einer großen Zuwanderung aus dem Gebiet der ehemaligen UdSSR nur noch aus etwa 120 Gliedern und litt unter ihrer Überalterung. Nach 1989 wuchs die Gemeinde rasch auf ihre heutige Größe von 1100 Gliedern an, wobei die zugewanderten neuen Gemeindeglieder sowohl hinsichtlich ihrer Sprachkenntnisse und sozialen Lage als auch bezüglich ihrer religiösen Kenntnisse und Praktiken für die Gemeinde eine ungemeine Herausforderung darstellte. Heute aber stellt Deutschland nach Großbritannien wieder die zweitstärkste jüdische Gemeinschaft in Europa. Diese besteht allerdings nicht nur in Krefeld zu etwa 90% aus Zuwanderern. Hier ist eine echte Integrationsleistung vollbracht worden.
Der EAK ist für die von Herrn Schwarz an einem jüdischen Feiertag, nämlich dem an die Verkündung der Zehn Gebote erinnernden Schawuot gewährten Einblicke ausgesprochen dankbar. Er bedauert nur lebhaft die von Herrn Schwarz beklagte geringe Spendenbereitschaft im Bereich der deutschen Wirtschaft, durch die sich der Bau des Gemeindezentrums angesichts des festgestellten Sanierungsbedarfes deutlich verzögert hat.