Jugendarbeitslosigkeit im Rhein-Kreis Neuss „Ein Jugendlicher ohne Perspektive ist einer zuviel“

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Am 11. Juli 2019 fanden sich Vertreter der Kreisverwaltung, der Politik, der Agentur für Arbeit und des Jobcenters zu einer Auftaktveranstaltung in der Neusser Pegelbar ein, um über die Chancen und Vorteile einer Jugendberufsagentur im Rhein-Kreis Neuss zu diskutieren. Mit dabei waren auch die CDU-Kreistagsabgeordneten Birte Wienands und Wolfgang Wappenschmidt. 

Wappenschmidt, der als jugendpolitischer Sprecher seiner Fraktion die Initiative zur Errichtungen einer solchen Agentur angeschoben hatte, freut sich, dass die Kreisverwaltung die Anregung von CDU und FDP in ein erstes Konzept umsetzen konnte: „Mit der Jugendberufsagentur etabliert der Rhein-Kreis Neuss ein System, welches seinen effektiven Nutzen in der Stadt Hamburg bereits seit Jahren unter Beweis stellt. Das Thema Jugendarbeitslosigkeit liegt unserer Fraktion sehr am Herzen und die letzten Zahlen in diesem Bereich stimmen uns positiv. Gleichwohl gilt für uns weiterhin: ein Jugendlicher ohne berufliche Perspektive ist einer zuviel. Deshalb wollten wir mit unserem Antrag zur Prüfung der Umsetzbarkeit des etablierten Modells  die Chancen für die jungen Menschen im Kreisgebiet auf einen möglichst nahtlosen Übergang von der Schule in die Arbeitswelt verbessern.“

Die Jugendberufsagentur soll als Dachorganisation für Institutionen dienen, die sich im engeren und weiteren Sinne mit der beruflichen Qualifizierung befassen. Die Konzentration auf einen Standort erleichtert es den Jugendlichen, eine gezielte Beratung über ihre individuellen beruflichen Möglichkeiten nach Beendigung der Schullaufbahn zu erhalten. Bei sechs Jugendämtern und acht Gemeinden im Kreis, sowie einigen städtischen und privaten Initiativen gibt es viel Abstimmungsbedarf.

„Die Beratung der Jugendlichen wird aber nicht nur innerhalb der Räume der Agentur stattfinden“ stellt Birte Wienands, schulpolitische Sprecherin der CDU-Kreistagsfraktion klar, „vielmehr liegt in der individuellen und frühzeitigen Betreuung der Mädchen und Jungen während ihrer Schulzeit ein Schlüssel zum Erfolg des Modells. Dort werden sie auf ein selbständiges Leben, also auch das Berufsleben vorbereitet. Ab der achten Klasse sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Kindern eine präventive Betreuung in regelmäßigen Abständen anbieten und diese über die weiterführenden Beratungsangebote der Agentur informieren. Etwaig benötigter Förderbedarf kann so im Einzelfall schnell festgestellt und geleistet werden. Auf diese Weise lassen sich die Fälle von Schulabgängern ohne berufliche Perspektive deutlich minimieren – das zeigen die positiven Zahlen aus Hamburg. Wichtig ist ein Anschluss nach der Schule, damit niemand verloren geht.“

Die Auftaktveranstaltung offenbarte, dass das Ziel der Einrichtung einer Jugendberufsagentur im Rhein-Kreis Neuss sehr ambitioniert ist und die Umsetzung noch viele Abstimmungsprozesse mit sich bringen wird. Birte Wienands und Wolfgang Wappenschmidt sind sich jedoch einig, dass die CDU-Kreistagsfraktion den Aufbau einer Jugendberufsagentur weiterhin nach Kräften unterstützen will: „Wir bleiben bei diesem Thema im Sinne der Mädchen und Jungen im Rhein-Kreis Neuss am Ball.“