Kreis-CDU veranstaltete Programmkonferenz zur Inklusion Dieter W. Welsink: „Inklusion praktizieren, aber Förderschulen erhalten!“

v.l.n.r.: Jürgen Steinmetz, Siegfried Knaul, Dieter Kleinbölting, Ina Scharrenbach MdL, Dieter W. Welsink, Dr. Daniela Leyhausen, Max Fischer
v.l.n.r.: Jürgen Steinmetz, Siegfried Knaul, Dieter Kleinbölting, Ina Scharrenbach MdL, Dieter W. Welsink, Dr. Daniela Leyhausen, Max Fischer

Unter dem mit Frage- und Ausrufezeichen versehenen Titel „Menschen mit Behinderung die Teilhabe ermöglichen!?“ veranstaltete die Kreis-CDU jetzt eine Programmkonferenz zur Inklusion. Die erste stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende, Dr. Daniela Leyhausen, machte eingangs darauf aufmerksam, dass mit Inklusion gemeint ist, dass behinderten Menschen die gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft gewährleistet und ihnen eine selbstbestimmte Lebensführung ermöglicht wird.

Jürgen Steinmetz, der Allgemeine Vertreter des Landrats und Sozialdezernent des Rhein-Kreises Neuss, erläuterte sodann den Sachstand und die Herausforderungen der Inklusion im Rhein-Kreis Neuss. Seit 2010 befasse sich der Kreis intensiv mit dem Thema und habe einen Arbeitskreis Inklusion gegründet, in dem Politik, Kreisverwaltung, Wohlfahrtsverbände, Selbsthilfegruppen und sonstige Einrichtungen der Behindertenhilfe mitarbeiten. Allein in 2012 habe der Kreis 2,813 Mio. für Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft Euro ausgegeben.

Die Landtagsabgeordnete Ina Scharrenbach (CDU) gab sodann einen Überblick über Schulkonzepte zur Umsetzung und Gestaltung der schulischen Inklusion. Im Ergebnis berichtete sie aus dem Landtag, die Inklusion werde mit Druck gefordert, aber nicht mit Geld gefördert.

Als Vertreter der ‚Initiative gemeinsam leben & lernen e.V.‘ schilderte Dieter Kleinbölting die bisher 15jährige Arbeit der ‚igll‘ für die Inklusion, wobei er vehement die Umsetzung der bestehenden Gesetze und Vorschriften anmahnte: „Schon seit der Grundgesetzänderung 1994 darf niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Max Fischer, der Beauftragte der Stadt Neuss für Menschen mit Behinderungen, beschrieb seine Tätigkeit, bei der es vorwiegend um Barrierefreiheit und den leichteren Zugang zur Teilnahme am Alltagsleben gehe. Er verdeutlichte am Beispiel der Rampe in ein Gebäude: „Sie dient nicht nur den Rollstuhlfahrern, sondern auch den Müttern mit Kinderwagen.“

Schließlich stellte der Hausherr, Schulleiter Siegfried Knaul, die Schule am Nordpark als Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung vor. Er erläuterte die fachspezifische Ausstattung der Schule und die entsprechende Ausbildung des Personals. Siegfried Knaul zeigte sich als Befürworter der Inklusion, bezweifelte aber, dass sie die Förderschulen überflüssig machen werde.

Es schloss sich eine von Dr. Daniela Leyhausen moderierte, eingehende Diskussion an. Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Dieter W. Welsink, fasste die Thematik zusammen: Die vorgeschrie-bene Inklusion müsse vorangetrieben werden, allerdings müsse die Kostenfrage gelöst werden. Die inklusive Beschulung von Behinderten werde sicher ausgeweitet, aber die Förderschulen dürften deshalb nicht geschlossen werden. Welsink führte abschließend noch einen dreiminütigen, stimmungsvollen Film über die Paralympics vor.
PS: Der in der Einladung angekündigte Referent Benjamin Daniel Thomas konnte aufgrund der durch den Wintereinbruch verursachten katastrophalen Verkehrssituation nicht anreisen.