Der Rhein-Kreis Neuss und die Energiewende CDU-Kreistagsfraktion richtet Arbeitskreis ein

Die Neuausrichtung der Energiepolitik nach Fukushima hat auch Auswirkungen auf den Rhein-Kreis Neuss. Nachdem die CDU Kreistagsfraktion sich kürzlich im neuen BOA-Kraftwerk Neurath über die aktuellen Entwicklungen aus Sicht von RWE informiert und mit Fachleuten diskutiert hat, wird sich nach den Sommerferien ein Arbeitskreis der Fraktion intensiv mit diesen Fragen auseinandersetzen. Arbeitskreisleiter Wolfgang Wappenschmidt hat für Anfang September zu einer ersten Sitzung eingeladen um drei Themenfelder zu diskutieren:
Welche Rolle spielt die heimische Braunkohle im neuen Energiemix? Während die CO2-Emissionen bei der Braunkohleverstromung diesen Energieträger nicht zur ersten Wahl machen, steht er bei der Wirtschaftlichkeit an vorderster Stelle und macht Deutschland unabhängiger von Energieimporten. Während der Tagebau und die Kraftwerke Belastungen und Belästigungen vor Ort mit sich bringen, sichern sie 26.000 Arbeitsplätze in der Region direkt und zusätzliche in den Zulieferbetrieben und in den energieintensiven Industrien im Rhein-Kreis Neuss, wie der Aluminium- oder der Chemischen Industrie. Hier gilt es angesichts der neuen Zielvorgaben Chancen und Risiken für den Energiestandort Rhein-Kreis Neuss abzuwägen und möglicherweise eine Neubewertung vorzunehmen.
Zweiter Themenschwerpunkt wird die Windenergie sein. Nachdem der CDU-Landesregierung die Sozialverträglichkeit von Windrädern in unserem eng besiedelten Raum sehr wichtig war, will die neue rot-grüne Landesregierung den Ausbau wieder massiv vorantreiben. Die CDU Kreistagsfraktion will die Chancen der Windenergie auch in unserem Kreis mit Augenmaß weiter nutzen, ohne die Landschaft übermäßig zu „verspargeln“ und im Einvernehmen mit der Bevölkerung. Dabei wird zu prüfen sein, ob etwa das sog. Repowering, das heißt der Austausch veralteter Windräder durch neue, leistungsfähigere, ein sinnvoller Ansatz ist.
In einem dritten Tagesordnungspunkt wird sich der Arbeitskreis mit der Möglichkeit der Integration einer Vergärungsanlage in die Kompostierungsanlage des Kreises in Korschenbroich beschäftigen. Auf Initiative der CDU hat sich der zuständige Planungs- und Umweltausschuss bereits mehrmals mit dieser Thematik beschäftigt und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Dabei geht es der CDU nicht nur um die technische Machbarkeit sondern auch um mögliche Auswirkungen auf das Abfallentsorgungskonzept des Rhein-Kreises Neuss und um die Frage, ob eine derartige Vergärungsanlage wirtschaftlich zu betreiben ist.
Die Studie liegt inzwischen vor und soll den Arbeitskreismitgliedern vorgestellt werden.
Seit 2008 und der Ausrufung eines Energiepakts für den Rhein-Kreis Neuss durch den damaligen Landrat, Dieter Patt, steht das Thema Energieversorgung und Klimaschutz für die CDU im Kreis ganz oben auf der Agenda. Vieles ist seitdem auf den Weg gebracht worden, etwa die energetische Ertüchtigung von Kreisgebäuden oder jüngst das Energielabor im Berufsbildungszentrum Neuss-Hammfeld. In den kommenden Monaten, so Wappenschmidt, wird es weitere Initiativen der Fraktion auf der Grundlage der Arbeitskreisberatungen geben, unter dem Leitgedanken „Energie für die Menschen vor Ort sicher, sauber und bezahlbar“.