Schließung von Notaufnahme und Chirurgie in Grevenbroich

Bedauern über ein unabwendbares Ende und Wahlkampf auf Kosten der Bürger

15.07.2025

Bedauern über ein unabwendbares Ende und Wahlkampf auf Kosten der Bürger

„Seit den Beschlüssen im September 2024 war klar, dass die Schließungen der zentralen Notaufnahme und der chirurgischen Abteilung im Elisabethkrankenhaus auf uns zukommen würden – dennoch bedauern meine Fraktionskolleginnen und -kollegen diesen Schritt ebenso wie ich zutiefst“, erklärt die erste stellvertretende Landrätin Katharina Reinhold (CDU).
Das Personal habe das genaue Datum der Schließungen kurzfristig erhalten, die Schließung war zuletzt für Mitte Juli im Gespräch.          
Reinhold betont, dass der Kreistag und die Kreisverwaltung intensiv um den Erhalt der betroffenen Abteilungen gerungen haben: „Wir haben über Monate hinweg gekämpft, Optionen geprüft, Gespräche geführt – aber am Ende reichte das alles nicht aus. Der Druck durch die gesetzlich vorgegebenen Reformen der Krankenhauslandschaft auf Bundesebene war enorm. Ein Festhalten an diesen Abteilungen hätte am Ende die wirtschaftliche Stabilität des gesamten Klinikums gefährdet. Diese Verantwortung konnten wir – und da schließe ich die Kolleginnen und Kollegen der SPD-Kreistagsfraktion mit ein – nicht ignorieren.“

Gleichzeitig macht die Neusser Kreistagsabgeordnete deutlich: „Der Kreis hat in seiner Rolle als für den Rettungsdienst verantwortlicher Träger reagiert – mit der einmütig im Kreistag beschlossenen Aufstockung des Rettungsdienstes und dem Verbleib eines Notarztes vor Ort. Diese notwendigen Anpassungen wurden einstimmig mitgetragen, entschärfen die Situation und sichern die medizinische Notfallversorgung auch ohne zentrale Notaufnahme. Die CDU wie auch der Landrat wissen um die enorme Bedeutung dieser Versorgung für die Menschen in Grevenbroich, Rommerskirchen und Jüchen. Dementsprechend verantwortungsvoll handeln wir mit Blick auf die vorherrschende Situation.“

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Barbara Brand kritisiert das Verhalten von Bürgermeister Klaus Krützen, welches dieser mit seinem Statement zu den geplanten Schließungen erneut unter Beweis stellt. „Statt in der zu Recht emotional geführten Debatte seiner Verantwortung im Amt nachzukommen und bestehende Bedenken durch Fakten zu entkräften, versucht er seit Monaten mit reißerischer Rhetorik in der eigenen Bevölkerung zu punkten“, wird Brand deutlich. „Der Kreistag wie auch die Kreisverwaltung haben sich nicht nur nach Kräften für den Erhalt des Klinikstandortes in Grevenbroich eingesetzt, nein – auch die Aufrechterhaltung der nun schließenden Abteilungen wurde durch ihr Handeln zumindest zeitlich soweit aufgeschoben, bis dass Ersatzstrukturen bereits greifen, bevor Bestehendes wegfällt. Als erster Bürger seiner Stadt sollte der Bürgermeister es besser wissen: die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Kreis im Sinne der gelingenden Notfallversorgung zugunsten der eigenen Wahlkampfkampagne mit Füßen zu treten, lässt tief blicken. Der Kreistag trägt die gefällten Entscheidungen einmütig – mit den Stimmen der SPD im Haus.“