Anfrage an den VRR gestellt

Baustellenbedingte Einschränkungen sind unzumutbar

Der Bahnverkehr im Rhein-Kreis Neuss (Beispielbild) wird durch die geplanten Baumaßnahmen massiv beeinträchtigt.    ©pixabay

Nutzer der Bahn im Rhein-Kreis Neuss müssen sich in den kommenden Wochen erneut auf massive Einschränkungen des Schienenpersonennahverkehrs einstellen. Der bis Juni geplante Halt des RRX in Neuss und Dormagen fällt aus. Grund genug für das Mitglied der CDU-Fraktion im VRR, Heiner Cöllen, eine Anfrage an den Verkehrsverbund mit der Bitte um die schnellstmögliche Herbeiführung kundenfreundlicher Lösungen zu stellen.

„Diese neuerlichen Einschränkungen stellen für die Kunden des Schienenpersonennahverkehrs mehr als unzumutbare Maßnahmen dar!“ Heiner Cöllen, CDU-Kreistagsabgeordneter und Mitglied der CDU-Fraktion im VRR, spart nicht mit Kritik an den in der heutigen Ausgabe der Neuß-Grevenbroicher Zeitung zu lesenden massiven Einschränkungen gleich mehrerer Zugverbindungen im Kreisgebiet. 

Demnach müssen sich Bahnreisende aufgrund von Bauarbeiten auf zeitlich begrenzte Ausfälle und Umleitungen der Züge der Linien RE4 und RE13 zwischen Mönchengladbach und Düsseldorf sowie Teilausfälle der Linie S8 einstellen. Zugleich wurden die planmäßigen Halte des neuen RRX zwischen Minden und dem Flughafen Köln-Bonn in Neuss und Dormagen mit Verweis auf einen Corona-bedingten Sonderfahrplan ersatzlos gestrichen. Das geplante Intermezzo des RRX, der vom 20. April bis 12. Juni die Haltepunkte bedienen sollte, fällt demnach aus. Erst 2022 soll der Zug planmäßig in Dormagen und Neuss Station machen.

Zustände, die Heiner Cöllen dazu bewogen haben, eine neuerliche Anfrage an den VRR zu stellen, in der um die Erörterung der Lage zur unverzüglichen Herbeiführung kundenfreundlicher Lösungen bittet: „Es kann nicht sein, dass ein Kreis mit rund 450.000 Einwohnern und eine Großstadt, in der 160.000 Menschen leben, erst unmittelbar vor Beginn der Baumaßnahmen von der partiellen Stilllegung des SPNV erfährt. Für mich ergeben sich aus der Berichterstattung unter anderem Fragen nach annehmbaren Alternativen für Bahnreisende und nach möglichen Einschränkungen für weitere Eisenbahnunternehmen durch die Baumaßnahmen. Die dahingehende verklausulierte Ankündigung erwägt den Anschein, dass sich die Problematik auch auf die von Vias und der Regiobahn betriebenen Linien RB39 und S28 ausweiten könnte. Dann wäre also auch die Bürgerinnen und Bürger in Grevenbroich und Kaarst von Einschränkungen im SPNV betroffen. Ich habe den VRR daher um eine schnellstmögliche Klärung der Situation im Sinne seiner Kunden gebeten.“

Die Maßnahmen erscheinen dem Verkehrspolitiker umso drastischer, da sie in eine Phase fallen, in der Personennahverkehr nach den pandemiebedingten Reduzierungen eigentlich wieder hochgefahren werden sollte. 

„Meines Erachtens dürfen trotz der durch die Pandemie bedingten Schwierigkeiten solche elementaren Beeinträchtigungen des SPNV nicht aus dem Blick geraten“ macht Cöllen im gestellten Anfrage deutlich und bittet die Verantwortlichen des VRR auch um Auskunft, ob die Phase des beruhigten Nahverkehrs zur Entwicklung von Lösungskonzepten für die mit den Linien RRX und S8 verbundenen Problematiken genutzt worden sei.

„Der Rhein-Kreis Neuss nimmt für den Schienenpersonennahverkehr am Niederrhein eine zentrale Stellung ein. Für die Region und auch für die vielen tausend Menschen aus dem Kreisgebiet, die täglich auf die Bahn angewiesen sind, ist es daher von größter Bedeutung, dass kundenorientierte Konzepte für baustellenbedingte Einschränkungen zur Anwendung kommen. Davon sind wir angesichts der angekündigten Maßnahmen weit entfernt.“

Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Dr. Dieter W. Welsink unterstreicht die Wichtigkeit eines funktionierenden SPNV für den Kreis und die Region: „Die Bauvorhaben sind natürlich zunächst ein positives Zeichen. Sie zeigen an, dass in die Instandhaltung und den Ausbau der Infrastruktur des SPNV investiert wird. Und der ist angesichts des vor Corona verzeichneten Anstiegs der Pendlerströme am Niederrhein bitter nötig. Viele tausend Menschen setzen angesichts überlasteter Straßen auf die Bahn um zur Schule, zur Universität, oder zur Arbeit zu gelangen. Für das Kreisgebiet allein wurden Zahlen von knapp 81.000 Einpendlern und rund 115.000 Auspendlern registriert – Tendenz steigend. Gerade in dieser ganz besonderen Situation, in der wir die wirtschaftliche Struktur des Landes schrittweise wieder hochfahren, sind wir daher auf geregelte Verkehrsströme – vor allem auch auf der Schiene – angewiesen. Natürlich benötigen wir für den gesamten ÖPNV auch ein Hygienekonzept, da es trotz der schrittweise erfolgenden Aufstockung der Kapazitäten zu Situationen kommen kann, in denen die aufgestellten Abstandregeln nicht greifen können.“