Sportpolitisches Forum der CDU im Rhein-Kreis Neuss Älter werden – aktiv bleiben!

v.l.: Prof Dr. Theo Stemper, Ursel Meis, Prof Dr. Dr. (h.c.) Ursula Lehr, Lutz Lienenkämper MdL, Dieter W. Welsink
v.l.: Prof Dr. Theo Stemper, Ursel Meis, Prof Dr. Dr. (h.c.) Ursula Lehr, Lutz Lienenkämper MdL, Dieter W. Welsink

"Es ist nie zu spät, mit Sport anzufangen!", so lautet das Fazit des sportpolitischen Forums der CDU im Rhein-Kreis Neuss. Über 100 Gäste lauschten gebannt den fesselnden Vorträgen der früheren Bundesministerin Prof Dr. Dr. (h.c.) Ursula Lehr und des Sportwissenschaftlers Prof. Dr. Theo Stemper. Sport und Alter klingt für manche wie ein Gegensatz. Sport ist aber unbedingt notwendig für eine alternde Gesellschaft so Dieter W. Welsink, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag des Rhein-Kreises Neuss. In den kommenden Jahren wird auch dieser Aspekt des demographischen Wandels die Politik vor neue Herausforderungen stellen.

Als erste Rednerin kam Prof. Dr. Dr. (h.c.) Ursula Lehr zu Wort. Sie ist eine führende Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der Erforschung und Gestaltung des Alterns und gründete an der Universität Heidelberg das Institut für Gerontologie. Unter ihrer Führung als Bundesfamilien- und -gesundheitsministerin, wurde der 1. Altenbericht der Bundesregierung in Auftrag gegeben; sie bereitete das Seniorenministerium vor. Es kommt nicht nur darauf an, wie alt wir werden, sondern wie wir alt werden führt Frau Prof. Dr. Lehr aus. Der Sport könne dabei in mehrfacher Weise helfen: Der Mensch braucht eine Aufgabe: Wer keine Aufgabe hat, gibt sich auf. Sportliche Betätigung ist Kontaktstifter, bringt oftmals ehrenamtliches Engagement mit sich und verbindet Generationen.

Als Experte für Trainings- und Bewegungswissenschaft sowie in der Sporttherapie und Rehabilitation räumte Prof. Dr. Theo Stemper in seinem Vortrag einige Vorurteile aus. Lange ging die Wissenschaft davon aus, dass körperliche und geistige Fitness nur beibehalten, aber nicht wiedergewonnen werden können. Aktuelle Studien brachten hier aber neue Erkenntnisse. Auch Menschen die erst im hohen Alter mit Kraft- und Ausdauertraining begonnen haben, erzielten beachtliche Fortschritte. Körperlich aktive Menschen sind in der Jugend leistungsfähiger und im Alter länger selbstständig. Es ist aber nie zu spät um im Altersverlauf körperlich aktiv zu werden., so Stemper. Die körperliche Aktivität wirke sich in vielfältiger Weise aus: die Gehirnaktivität wird gesteigert, die Hormonausschüttung senkt den Stress und das Auftreten von Depressionen.
Ausdrücklich plädieren beide Referenten dafür, ein Bewegungsangebot dabei sowohl für die agilen Senioren wie auch die Bewohner von Pflegeheimen anzubieten. Dabei sollte man die Gruppen nicht wie oft praktiziert nach Alter zusammenfassen, sondern nach Leistungsstand. In der von Dr. Hermann-Josef Baaken moderierten Talkrunde brachten die Vorsitzende des Korschenbroicher Vereins Sport Ältere Generation, Inge Schulz und der Vorsitzende des Sportbundes im Rhein-Kreis Neuss, Thomas Lang Sichtweisen aus der Praxis mit in die Diskussion ein.

Wir haben zwei hochrangige Experten mit sehr spannenden Vorträgen erlebt. fasst Lutz Lienenkämper, Vorsitzender der CDU im Rhein-Kreis Neuss die gelungene Veranstaltung zusammen. Wir haben heute Abend viele Anregungen für unsere Arbeit in den kommenden Jahren mitnehmen können.